Grafische Darstellung
P12 Redimensionierung Zivilschutz-Anlage Sonnenberg
Küche
Operationssaal
Blick ins siebenstöckige Treppenhaus
Um das in den 1960er-Jahren bestehende Defizit an Schutzräumen für die Einwohner der Stadt Luzern abbauen zu können, wurden in den Jahren 1971 bis 1976 gleichzeitig mit dem Bau des Sonnenbergtunnel für rund 40 Mio. CHF ein öffentlicher Schutzraum für 20 000 Personen sowie eine Kaverne für die örtliche Schutzorganisation erstellt. Diese Idee war stark vom Eindruck des Kalten Krieges und der damit verbundenen Angst vor einem atomaren Krieg geprägt. Die Zivilschutzanlage Sonnenberg war einst weltweit die grösste ihrer Art. Im Ernstfall wären in den beiden Röhren Betten, Waschanlagen, Toiletten und Aufenthaltsräume für je 10'000 Personen eingerichtet worden. Vier Panzertore sollten die Tunneleingänge hermetisch abriegeln. Jedes der Tore wiegt 350 Tonnen und hätte dem Explosionsdruck einer Atombombe widerstanden.
Zwischen den beiden Tunnelröhren befanden sich die technischen Einrichtungen: Notstromversorgung, Lüftung und Kühlung, separate Trinkwasserversorgung mit Grundwasserfassung und Reusswasser-Aufbereitung, vollständige Abwasserentsorgung über Tunnelrigolen zum Nordportal.
Westlich der Tunnelmitte bildete eine siebenstöckige Kaverne das logistische und technische Zentrum der Grossschutzraumanlage. Sie umfasste ein dreistöckiges Notspital, den Kommandoposten mit Radiostudio, eine Suppenküche, einen Rechts- und Sicherheitsdienst sowie Arrestzellen.
Redimensionierung und Einrichten eines «historischen Lehrpfads»
Der Grosse Stadtrat von Luzern hat am 30.10.2002 beschlossen, die Schutzräume aufzuheben und die bestehenden Anlagen umzubauen. Zukünftig soll nur noch die siebenstöckige Kaverne als Schutzraum für 2000 Einwohner zur Verfügung stehen. Die Tunnelröhren werden im Ernstfall also nicht mehr zum Schutzraum umfunktioniert. Angeregt durch grosses Publikumsinteresse und das Wissen um die Bedeutung der Zivilschutzanlage als Zeitzeuge des kalten Krieges nahm eine Gruppe unter der Leitung der Historikerin Andrea Huwyler–Bachmann das Projekt eines «historischen Lehrpfad» auf. Der Lehrpfad beinhaltet einen geführten Rundgang durch die Zivilschutzanlage im Sonnenberg und soll auch nach den Umbauarbeiten die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die Idee der Anlage aus den Siebzigerjahren zu gewähren.
Termine:
Redimensionierungsbeginn:
April 2007
Bezugsbereitschaft Zweitausenderanlage:
Sommer 2008
Kosten:
ca. CHF 5 Mio.
Ausführende:
Stadt Luzern ( www.stadtluzern.ch)
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